Die rechtliche Situation beim Vaterschaftstest

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Montag, den 20. Juni 2011 um 11:37 Uhr

Manchmal kommt es bei Vätern zu Zweifeln an der Vaterschaft am eigenen Kind. Immerhin sind laut Statistik 3,7% aller in Europa geborenen Babys "Kuckuckskinder" (vgl. Pressemitteilung der „Liverpool John Moores University“ über die Studie von Mark Bellis: „A testing time for fathers“ 23. August 2005). Klarheit, ob es sich bei einem Kind um das leibliche oder ein fremdes handelt, kann ein Vaterschaftstest liefern. Aber wie verhält sich die rechliche Situation bei solch einem DNA-Test?

 

Seit dem 01. Februar 2010 gibt es von Gesetzgeberseite eine neue Regelung, was die Durchführung eines "heimlichen" Vaterschaftstests angeht. Demnach stellt das heimliche in Auftrag geben eines Vaterschaftstests ohne die Zustimmung aller Beteiligten eine Ordnungswidrigkeit dar, die mit einer Geldbuße bis zu 5000 Euro belegt werden kann (vgl. GenDG §26 Abs. 2).

Das heißt also, dass ein heimlicher Vaterschaftstest nicht zulässig ist, und vor Gericht schon gar keinen Bestand hat. Dennoch haben betroffene Väter durchaus auch ein berechtigtes Interesse über die biologische Vaterschaft zum eigenen Kind Bescheid zu wissen. Daher hat der Gesetzgeber die Möglichkeit geschaffen, die Einwilligung in einen Vaterschaftstest, z.B. bei Verweigerung der Zustimmung durch die Mutter, durch die Einwilligung durch ein Familiengericht zu ersetzen (vgl. § 1598 a BGB) Hierfür wäre dann ein entspechender Antrag bzw. Klage beim Familiengericht zu stellen. Solange das Kindeswohl durch die Einwilligung in den DNA-Test nicht unverhältnismäßig gefärdet ist, muss das Familiengericht zustimmen.

 

Das heißt also zusammenfassend, dass der Vater durchaus Chancen hat, die Echtheit seiner Vaterschaft festzustellen bzw. zu widerlegen. Allerdings sollte man sich vorher überlegen, welche Folgen die Durchführung eines solchen Tests mit der Erzwingung der Einwilligung mit sich bringt. Immerhin sind die o.a. Regelungen und Gesetzte zum Wohl des Kindes verabschiedet worden. Der heimliche Vaterschaftstest, auch im Ausland, ist bei Strafe verboten. Sieht der Sohn oder die Tochter nun aber doch dem Briefträger oder Nachbarn nur allzu ähnlich oder passt der Zeitpunkt der Empfängnis einfach nicht mit dem eigenen Liebesleben zusammen, lässt dieser Umstand machem jungen Vater keine Ruhe. Im absoluten Zweifelsfall sollte man doch versuchen, mit der Mutter eine gütliche Einigung zu finden und die Einwilligung in einen Vaterschaftstest im außergerichtlichen Verfahren zu erzielen. Im Übrigen sei hier noch erwähnt, dass ein Unterschied zwischen der biologischen und rechtlichen Vaterschaft besteht. Vater ist immer zunächsteinmal derjenige, der zum Zeitpunkt der Geburt des Kindes mit der Mutter verheiratet ist (vgl. § 1592 BGB); selbst wenn zu diesem Zeitpunkt schon andere Fakten bekannt sind.

Einen Vergleich verschiedener Vaterschaftstests haben wir hier zusammengestellt.